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Mobilität der Zukunft: Auswirkungen auf die Bahn

Der Mobilitätsmarkt ist im Umbruch. Gesellschaftliche, technologische und marktbezogene Trends werfen bei den Akteuren zahlreiche Fragen zur strategischen Positionierung und Gestaltung erfolgreicher Geschäftsmodelle auf. Wie verändern sich Mobilitätsverhalten und Nachfrage? Welche Rolle spielt die Digitalisierung? Bedroht autonomes Fahren die Zukunft des Schienenverkehrs?

Die Entwicklung des Mobilitätsmarktes in den vergangenen Jahrzehnten ist in vielen Punkten ernüchternd. Trotz gestiegener Wirtschaftsleistung liegt die Transportleistung der Deutschen Bahn ungefähr auf dem Niveau kurz vor dem ersten Weltkrieg. Deutschland wird vom Autoverkehr geprägt – im Fernverkehr hat die Bahn konstant einen Marktanteil von 7 bis 8 %. Vom Güterverkehr ganz zu schweigen. Dynamische Entwicklungen zeichnen sich zugunsten des Flugverkehrs und neuerdings auch des Fernbusmarktes ab. Positiv sind vor allem die Zuwachsraten des ÖPNV und SPNV in Ballungsräumen.

Vor diesem Hintergrund diskutieren wir technologische Megatrends wie autonomes Fahren, die Vernetzung der Fahrzeuge und Elektromobilität. Unsere Gesellschaft wandelt sich zur „Sharing Economy“ und nutzt digitale Plattformen, um traditionelle und neue Verkehrsangebote bunter und flexibler miteinander zu kombinieren. Gleichzeitig wachsen Ballungsräume und Metropolen, während Bevölkerungszahlen und Verkehrsvolumina in ländlichen Räumen schrumpfen. Aber was bedeuten diese Entwicklungen? Führen sie wirklich zur Disruption? Sind sie eine Bedrohung für die Bahn?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Ein vielschichtiger Markt erfordert differenzierte Betrachtungen. Aus unserer Sicht bleiben gesharte und künftig vielleicht auch autonome Smarts eine Ergänzung zum hochgradig flächeneffizienten ÖPNV – als Substitut eines Massenverkehrsmittels eignen sie sich nicht. Auch im Personenfernverkehr werden Ridesharing und Fernbusse keine substanzielle Bedrohung für einen attraktiven (!) Bahnverkehr darstellen. Vielleicht gewinnen eines Tages hochentwickelte autonome Fahrzeuge ein paar Fahrgäste der Bahn. Im Güterverkehr werden XXL-Trucks und Platooning den ohnehin schwachen Einzelwagenverkehr wohl weiter verdrängen – besonders disruptiv ist das vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung aber nicht.

Die Zukunftsfähigkeit der Bahn bedarf an erster Stelle eines deutlichen politischen Bekenntnisses für den öffentlichen Verkehr sowie der klaren Konzentration auf ein leistungsfähiges Kerngeschäft, im Personen- wie im Güterverkehr. Insbesondere bei der konsequenten Digitalisierung der Kernprozesse mit Kundenbezug kommen Bahn und ÖPNV eine entscheidende Vorreiterrolle zu. Mit Offenheit für Kooperationen in den Feldern Plattformen, Sharing und Platooning wird auch der schienengebundene Verkehr eine nachhaltige Zukunft haben.


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